Ein Dorf kämpft gegen die Agrochemie

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Der vollständige Artikel verfasst von Andres Wysling war ursprünglich geschrieben für die Neue Zürcher Zeitung

Mals im Südtirol gilt als die erste pestizidfreie Gemeinde Europas. Das Dorf kämpft gegen Monokultur und verbietet auf eigene Faust Pflanzengift – gegen mächtige Interessen.

Abends oder morgens werden die Plantagen besprüht, Bauern fahren auf Kleintraktoren mit Gifttanks zwischen den Baumreihen auf und ab, Pestizidschwaden hinter sich herziehend. Sie tragen Gesichtsmasken. Tagsüber regnet es in Mals, auch wenn die Sonne scheint. Aus Dutzenden von Rohren spritzen Wasserstrahlen, schwenken zischend von links nach rechts, von rechts nach links. Aus der Ferne sieht es aus wie ein glitzerndes Wasserballett, von der Nähe ist es ein nasses Vergnügen: Für Spaziergänger gibt es kein Entkommen, aus irgendeiner Richtung werden sie auf jeden Fall geduscht.

Auf schmalen Wegen geht man über Wiesen, dann zwischen Gitterzäunen durch ein Meer von hohen Betonpfählen, über die sich schwarze Netze spannen. In den luftigen und zugleich düsteren Netzhallen stehen in Reih und Glied die Apfelbäume, mit roten und gelben und grünen Früchten behangen. Die Kirschen sind schon geerntet. Die Zäune schützen das Obst gegen Wildverbiss, die Netze dienen der Abwehr von Hagel, Vögeln, Insekten. Gegen Pilz- und Wurmbefall hilft Chemie.

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